Umfrage
Die Kunst, für Kinder das richtige zu finden
Donnerstag, 8. Dezember 2011 08:34
- Von Thomas Voigt und Thomas Schütt
Bergedorf. In jedem Jahr dieselbe Frage: Was schenke ich meinen Kindern zu Weihnachten? Ist die schenkende Verwandtschaft groß, türmen sich in vielen Kinderzimmern bereits Spielzeugberge aus den Vorjahren.
„Ich schenke mittlerweile Geld. Die haben doch alles“, sagt etwa Wilhelmine
Struth (74) aus Bergedorf. Von der Playstation bis zum Computer – ihr Enkel
(9) ist bereits voll ausgestattet.
Doch dies ist nicht die Regel. Nach einer Umfrage der Hamburger Statista GmbH
unter mehr als 17.000 Befragten stehen bei den Eltern von unter
Zwölfjährigen Bücher, Puzzles oder Bausätze weit vor Videospielen auf der
Einkaufsliste zu Weihnachten. Für 12- bis 18-jährige Geschenkempfänger
führen dann Videospiele vor Büchern und Bargeld die Liste an.
Oft sind die Ansprüche der Kinder hoch. Mehr als 300 Euro pro Kind geben
Eltern im Schnitt zu Weihnachten aus. Die Klassiker für Jungen wie die
Carrerabahn oder Flexi Trex gehen zwar nach wie vor über den Ladentisch,
„aber ich hoffe noch auf mehr Kundschaft“, sagt die Filialleiterin von
„BR-Spielwaren“ im CCB. So richtig habe das Weihnachtsgeschäft bei ihr noch
nicht begonnen.
Ganz anders bei Saturn. Playstation und X-Box gingen in der ersten
Dezemberwoche fast 100 Mal über den Ladentisch. Ein Umsatzplus von fast 30
Prozent gegenüber November. „Der Trend ist ganz klar: In immer mehr
Kinderzimmern stehen jetzt virtuelle Spielgeräte“, sagt Verkäufer Fritz
Strehlke. Vor allem Geräte mit Bewegungssteuerung (Wii und X-Box) werden
immer stärker nachgefragt.
Eltern, denen die Wünsche ihrer Kinder zu teuer oder aus anderen Gründen nicht
recht sind, rät der Bergedorfer Psychologe Ludger Skibowski: „Lassen Sie
sich nicht mit Totschlag-Argumenten herumkriegen. Wenn alle Kinder in der
Klasse ein Smartphone haben, muss es nicht deswegen richtig sein.“
Entscheidend sei das Gespräch mit dem Kind über den Geschenkwunsch, und dies
dürfe nicht beim Preis beendet sein. Ebenso wichtig ist die
Auseinandersetzung mit dem begehrten Gegenstand: „Was ist daran wichtig,
warum musst Du es haben?“ Solche Gespräche erforderten Zeit und Zuwendung –
das Kostbarste, was man Kindern geben könne.
Wie halten Sie es mit den Weihnachtsgeschenken? Was schenken Sie? Wir
freuen uns über Ihre Meinung, nutzen Sie die Kommentarfunktion.





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