Überschwemmung
Dritte Fäkalien-Flut - Eigentümerverband bereitet Klage gegen Hamburg Wasser vor
Montag, 5. September 2011 07:49
- Von Ulf-Peter Busse
Bergedorf. Jetzt geht Bergedorf-Süd schon im Wochenrhythmus in Fäkalien unter: Nach der Überschwemmung vom 19. August und dem Beinahe-Untergang eine Woche später genügten in der Nacht zum Montag schon zehn Minuten Starkregen bei nur 25 Millimetern pro Quadratmeter.
Wieder glichen die Straßenzüge Am Pool und Rektor-Ritter-Straße, aber auch Holtenklinker Straße, Soltaustraße und Brookstraße einer Seenlandschaft. Wieder liefen diverse Keller und Tiefgaragen voll. Wieder traf es sogar an den Straßen geparkte Autos, wieder rückten fünf Freiwillige Feuerwehren und die Bergedorfer Berufswehr an. Und wieder ließen die Fluten Fäkalien, Damenbinden und Klopapier zurück.
„Das beginnt schon auf der Anfahrt zu stinken“, sagt Harald Wegner aus Kirchsteinbek. Der Vize-Bereichswehrführer hatte Sonntagnacht die Einsatzleitung. Zweimal zuvor war er mit seiner Wehr vor Ort. „Uns sind dabei so viele Stiefel mit Fäkalien vollgelaufen, dass es schwierig ist, noch neue von der Feuerwehr Hamburg zu bekommen. In meinen 30 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr ist mir so etwas noch nicht untergekommen.“

Foto: Leimig
Den Anwohnern lief das mit Fäkalien durchsetzte Abwasser direkt in die Hauseingänge.
Tatsächlich gingen gestern eine ganze Reihe Strafanzeigen gegen das städtische Unternehmen bei der Polizei ein. Hintergrund: Bewohner und Grundeigentümer sehen in der unzureichenden Umleitung der Fäkalien an der Großbaustelle im Neuen Weg die Ursache für ihre regelmäßig überschwemmten Keller und Tiefgaragen. Nachdem Hamburg Wasser bereits zugegeben hatte, dass das Provisorium 30 Prozent Wasser weniger durchleitet, als die uralte Sielleitung, die gerade saniert wird, sickerte gestern noch ein neuer Skandal durch: Die jüngste Flut wäre vermeidbar gewesen. Die stinkende Brühe hätte nach den Erfahrungen vom 19. August per Überlauf in die Brookwetterung fließen sollen. Die Fertigstellung war für vergangene Woche anvisiert. Doch das Projekt war Hamburg Wasser zu teuer.
Bergedorfer Zeitung Online
- Betroffene wollen gegen Hamburg Wasser klagen
- RISA-Plan: Aus den Straßen sollen "Notsiele" werden
- Hamburg Wasser gibt zu: Baustelle ist ein Nadelöhr
- Sturzregen setzt Bergedorf unter Wasser - Mann von Blitz getroffen
- Das Aufräumen nach der Gewitter-Sintflut
- Unwetter flutet Bergedorf – Anwohner in Wut
- Fäkalien überfluten Bergedorf-Süd
- Versandete Pumpe Schuld an Überflutung?
So sieht es auch Heinz Pilzweger. Der Geschäftsführer des Bergedorfer Grundeigentümervereins bereitet nach der dritten Überschwemmung nun juristische Schritte gegen Hamburg Wasser vor – und hofft auf Unterstützung durch die Versicherungen: „Sie haben erhebliche Kosten zu begleichen. Da müsste das Interesse groß sein, die Verantwortung für diesen Untergang eines ganzen Stadtteils mit den besten Gutachtern und Anwälten vor Gericht klären zu lassen. Und die Bezahlung der Honorare unter allen aufzuteilen.“ Die Stoßrichtung beschreibt er in seinem gestrigen Brief an Hamburg Wasser: „Heute dienen die Keller und Tiefgaragen als Vorfluter. Anwohner äußern die Meinung, dass der Ersatzvorfluter (der Baustelle von Hamburg Wasser) grob fahrlässig unterdimensioniert wurde.“
Hamburg Wasser dagegen spricht von Regenmengen, die normalerweise nur alle 25 bis 50 Jahre vorkommen. Für derartige Wolkenbrüche seien die Siele ohnehin nicht ausgelegt (wir berichteten).








Abo
Printarchiv
Leserbrief
Kontakt
Gastro-Tipps
Preisvergleich
Leserreisen
Versicherungscheck
Energievergleich
Immobiliensuche














Dustin Hoffman meint:
man sollte mal eine Probe an die TU Hamburg schicken, mal sehen was für Keime sich da befinden. Auch das Krankenhaus ist nicht weit weg, ich habe noch keine Aktion gesehen die hinsichtlich auf Desinfektion durchgeführt wurde.
Hoffentlich muß da nicht ein kleiner Stadtteil evakuiert werden, alle Filme werden Wahrheit .Ich sag nur Outbreak......
Katrin meint:
Jörg Hinzmann meint: