Kirchwerder

Spieker Pfingstmarkt ist gerettet

Alternative: Jens Kohpeiß stellt ein Gelände beim Rewe-Markt am Süderquerweg zur Verfügung

Bernd Simon ist begeistert: "Der Pfingstmarkt ist gerettet", sagt er und strahlt. Drei Tage lang soll es nun vom 23. bis 25. Mai im hinteren Teil des Parkplatzes vom Rewe-Markt am Süderquerweg rundgehen.

Bernd Simon ist Vizepräsident des Landesverbands des Ambulanten Gewerbes und der Schausteller Hamburg. Schweren Herzens hatte er den traditionellen Jahrmarkt auf dem Festgelände Auf dem Sülzbrack schon abgesagt. Denn auf dem langjährigen Jahrmarkt-Platz wurde eine Zentrale Erstaufnahme für Flüchtlinge aus dem Boden gestampft. Doch Bernd Simon suchte weiter nach Möglichkeiten, blieb mit Helmut Hoffmann vom Fachamt Verbraucherschutz, Gewerbe und Umwelt im Gespräch. Die zunächst anvisierten Flächen erwiesen sich als zu klein oder wegen mangelnder Strom- und Wasserversorgung als nicht nutzbar. So kam weder ein Gelände direkt am Zollenspieker noch auf dem Teufelsort infrage. Dann aber trug der Kontakt zu Jens Kohpeiß, den Helmut Hoffmann herstellen konnte, erntereife Früchte: "Er ist der große Retter und gibt den Schaustellern einen Teil der hinteren Fläche bei Rewe ab - und das auch noch kostenlos", sagt Bernd Simon dankbar. Auch Helmut Hoffmann freut sich sehr über die glückliche Lösung und dankt Unternehmer Kohpeiß ausdrücklich.

"Das ist doch ein uraltes Generationenfest, das kann ja nicht so einfach wegfallen", sagt Jens Kohpeiß zu seinen Beweggründen, die Fläche kostenfrei zur Verfügung zu stellen und einen Teil des Baufeldes noch herzurichten, damit die Schausteller es leichter haben. Wenn sich der Standort bewährt und von den Besuchern gut angenommen wird, könne auch über eine Wiederholung im Herbst nachgedacht werden - sollte die Flüchtlingsunterkunft dann noch immer auf dem Festplatz Auf dem Sülzbrack stehen. Wäre der Rewe-Platz auch eine Option für den Erntedankumzug im Oktober? "Von meiner Seite gibt es da kein Problem. Man kann mit mir über alles reden", sagt Jens Kohpeiß dazu.

Sogar Wasser und Strom sind auf dem Platz vorhanden, in der Kapazität allerdings nicht ausreichend für die Ausrichtung eines Jahrmarkts. Da müssen die Schausteller diesmal wesentlich tiefer in die Tasche greifen als sonst und Sonderleitungen gelegt bekommen. Dennoch sorgt jetzt die Aussicht auf einen kleinen, aber feinen Pfingstmarkt nach einem wetterbedingt miserablen Frühlingsdom in Hamburg für frohe Gesichter bei den Schaustellern. "Das war viel Aufwand, aber es hat sich gelohnt", sagt Bernd Simon. Etwa 20 Schausteller werden auf dem etwa 5000 Quadratmeter großen Gelände am Süderquerweg Platz finden können - allerdings vermutlich nur ein größeres Fahrgeschäft und ein Kinderkarussel. Das Programm wird mit Rücksicht auf die Nachbarn ein bisschen abgespeckt. So beginnt der Markt zwar täglich wie gewohnt um 14 Uhr, endet aber bereits um 22 Uhr. Zudem wird auf das Feuerwerk am Sonnabend verzichtet.

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