Bergedorf

Bürgerinitiativen rechnen mit dem SPD-Senat ab

Windkraft: Protest gegen Umgang mit Bürgerentscheid in der Bergedorfer Innenstadt

15 Mitglieder der Windkraft-Bürgerinitiativen in Ochsenwerder, Neuengamme und Altengamme informierten auf dem Bahnhofsvorplatz über ihren Protest gegen den geplanten Ausbau der Windenergie in den Vier- und Marschlanden. "Wir haben mehr als 300 Gespräche mit interessierten Bürgern geführt", sagt Sprecher Willy Timmann. Außerdem verteilen die Aktivisten Flugblätter, sammelten Unterschriften für "Windkraft mit Augenmaß".

Die Initiativen setzen sich für eine Gesamthöhenbegrenzung von 100 Metern ein, fürchten, dass Windräder mit einer Gesamthöhe von 150 oder sogar 180 Metern der Kulturlandschaft Vier- und Marschlande gewaltigen Schaden zufügen werden. Timmann geht zudem davon aus, dass die rotierenden Schatten der fünf 180-Meter-Anlagen, die im Frühjahr in Curslack aufgestellt werden sollen, "Bergedorf großflächig treffen" und selbst noch am Wiesnerring, an den Glasbläserhöfen oder am Schleusenhörn zu spüren sein werden. Der Initiativen-Sprecher bezieht sich dabei auf Berechnungen in einem Gutachten der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, sagt er.

Timmann und seine Mitstreiter ärgern sich über den SPD-Senat, der den Bürgerentscheid ignoriere. Im Sommer 2013 hatten sich zwei Drittel der Bürger für eine Höhenbegrenzung von 100 Metern ausgesprochen. "Das Verhalten der SPD ist rechtlich korrekt, aber vom Demokratieverständnis her fragwürdig", sagt Timmann. Mit den Protesten sollen die Bergedorfer auch darüber informiert werden, wie die Politik mit dem Bürgerentscheid umgeht.