Ochsenwerder

Grünes Licht für das Wohnprojekt

Rieges Gasthof soll Mehrgenerationenhaus werden - Anhandgabe zugestimmt

Das Tauziehen um Rieges Gasthof hat ein Ende - zumindest vorerst. Das "Wohnprojekt Stadt Land Fluss", das die seit 15 Jahren leer stehende Immobilie in ein Mehrgenerationenhaus verwandeln möchte, hat grünes Licht bekommen. Die Kommission für Bodenordnung, die beim Verkauf der städtischen Immobilie das letzte Wort zu sprechen hatte, entschied für das Wohnprojekt.

"Stadt Land Fluss" wird das Gebäude für ein Jahr an die Hand gegeben. Für diese Zeit hat der Kaufinteressent gegen einen geringen Prozentsatz des Kaufpreises eine garantierte Option auf das Gebäude, kann alle erforderlichen Planungen vorbereiten.

Viele Dorfbewohner hatten gehofft, dass die Kommission für Bodenordnung die Anhandgabe an das Wohnprojekt - nach der dritten Ausschreibung Favorit der Finanzbehörde - verweigern würde. Denn: Die Gruppe will den alten Festsaal nicht in seiner heutigen Größe erhalten. Mit etwa 120 Quadratmetern plus Empore würde er auf ein knappes Drittel seiner heutigen Größe schrumpfen. Auf der übrigen Fläche sollen drei bis fünf Wohnungen entstehen. Den verkleinerten Saal wollen die neuen Rieges-Bewohner dem Dorf für Feste weiterhin zur Verfügung stellen.

Das werde in der kleinen Größe allerdings wenig nutzen, meint Peter Gabriel, der für die Bergedorfer SPD in der Kommission für Bodenordnung sitzt. Gerade jetzt, wo die Wohnbebauung in Ochsenwerder vorangebracht werde, sei der Saal-Erhalt wichtig: "Nun werden wir ein Kommunikationszentrum weniger haben - und zwar das mit dem größten Saal des Dorfes", sagt er. Gabriel bedauert, dass Arne Meyer, Betreiber der Wein- und Friesenstube, nicht den Zuschlag erhielt: "Meyer wollte den Saal mit vielen kulturellen Veranstaltungen wieder beleben", sagt Gabriel. Dessen Vorhaben sei jedoch von vielen Kommissions-Mitgliedern als "irreal" empfunden worden, wie wir von Dritten erfahren haben.

Die "Stadt Land Fluss"-Clique freute sich sehr über die Entscheidung der Kommission: "Schließlich haben wir ein Jahr lang dafür gearbeitet", sagt Anna Meins (31).

In Sachen Saal-Größe ist vielleicht noch nicht das letzte Wort gesprochen. Vertreter der Stadt wollen mit Mitgliedern des Wohnprojektes klären, ob nicht doch eine größere Fläche erhalten werden kann. Anna Meins: "Das müssen wir nun in der Gruppe besprechen. Schließlich ist das auch ein Frage der Kosten."