Fracking

Bürger besorgt: "Wir haben Angst vor den Bohrungen"

Fracking: Gut 200 Interessierte bei Vorstellung der Initiative

Und so nutzten mehr als 200 Interessierte den Infoabend der Initiative FrackingFreies Hamburg, die sich im Saal des Zollenspieker Fährhauses vorstellte.

Werner Diedrichs (62), Sprecher der Initiative, freute sich über die Resonanz und die intensive Diskussion, die sich an fachliche Referate anschloss. Die Initiative gründete sich im Februar des Jahres, denn "die Aufsuchungserlaubnis von Exxon Mobile hat uns hellhörig gemacht", erklärt Diedrichs. Das Gebiet, das sich die Öl- und Gasgesellschaft für die kommenden drei Jahre gesichert hat, reicht über die Vier- und Marschlande bis nach Harburg. "Diese Erlaubnis befugt das Unternehmen, Daten und Informationen über das Gebiet auszuwerten", erläutert Diedrichs. Zwar werde noch nicht gebohrt oder gar Gestein mit großem Druck aufgebrochen (gefrackt), doch "Wehret den Anfängen" sei die Devise der Bürgerinitiative. Der Schutz des Grund- und Trinkwassers steht für die Fracking-Gegner ganz oben auf der Liste ihres Interesses. Geologe Dietmar Götz erklärte das Verfahren. Er stellte die konventionelle Gewinnung der unkonventionellen Erdgasgewinnung gegenüber und zeigte die Risiken auf, die mit dem Verpressen von Chemie in die Erde einhergehen können. "Wir haben Angst vor den Bohrungen", sagten Hans-Joachim und Ingrid Horn aus Kirchwerder. Sie überlegen, sich der Bürgerinitiative anzuschließen.

Über weitere Mitglieder würde sich die Initiative freuen, denn "mit einer gestärkten Personaldecke können wir noch viel intensiver auftreten", sagt Diedrichs. Die Initiative zählt derzeit 40 Mitglieder. 20 sind allein im Organisationsteam aktiv. Über Flyer, Veranstaltungen und Pressearbeit machen die engagierten Anti-Fracking-Kämpfer auf sich aufmerksam.

Aktive und Interessierte treffen sich heute und alle 14 Tage mittwochs um 19.30 Uhr im Gasthaus Am Pool 41. Internet-Infos: www.frackingfreies-hamburg.de.

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