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Windkraft: Betreiber kritisieren Antrag der CDU

Bergedorf (wi). Mit Erstaunen reagierten Jens Heidorn und Klaus Soltau, Geschäftsführer der "Natürliche Energietechnik (NET) GmbH, auf den Antrag der CDU-Bürgerschaftsfraktion zum "Ausbau der Windenergie in Hamburg" (wir berichteten).

Die beiden Diplom-Ingenieure betreiben das Gros der 26 Windenergieanlagen in den Vier- und Marschlanden und planen mittlerweile seit Mitte 2008 gemeinsam mit der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) deren Repowering - den schrittweisen Austausch der alten gegen neue, leistungsstärkere Anlagen. Schon der schwarz-grüne Senat verfolgte das ehrgeizige Ziel, die elektrische Leistung aus Windenergie zu verdoppeln - von 50 auf 100 Megawatt. Auch die Kriterien für die Standortsuche stammen aus dieser Zeit. Und: Der Ausbau bestehender Anlagen habe Vorrang, hieß es vonseiten der BSU schon bei der Sitzung des Stadtplanungsausschusses im April 2010.

"Vor diesem Hintergrund verwundert der Antrag umso mehr", sagt Heidorn, "zumal er nicht neu ist." Fünf der sieben Forderungen waren bereits in einem Antrag enthalten, dem schon im Regionalausschuss die Mehrheit versagt blieb. Wobei Heidorn die neue Forderung nach einem "Masterplan Windenergie für die Metropolregion" unter Punkt eins begrüßt, "um einen weiteren Ausbau der Windenergienutzung zu ermöglichen". Anders sieht es da schon mit Punkt zwei aus, für Anlagen im Außenbereich Lärmgrenzwerte für den Wohnbereich vorzusehen: "Lärmgrenzwerte sind bundeseinheitlich in der TA Lärm geregelt", sagt Soltau.

Auf die CDU-Forderung, die Gründe zu erläutern, weshalb deutlich geringere Abstandsregelungen als in anderen Bundesländern vorgesehen sind, verweisen die beiden Windbauern auf die wenigen geeigneten Flächen in einem Stadtstaat wie Hamburg. Zudem habe das Land Nordrhein-Westfalen (NRW) in seinem Windenergie-Erlass vom Juli 2011 keine Abstandsregelungen aufgenommen, sondern verweise auf die einzuhaltenden Grenzwerte für Schall (TA Lärm) und Schatten (maximal acht Stunden pro Jahr und 30 Minuten pro Tag). "Schließlich gibt es ein Urteil des Oberverwaltungsgerichtes NRW, das besagt: Bei einem Abstand größer dreimal Gesamthöhe der Windenergieanlage zu Wohnhäusern ist von keiner optischen Bedrängung der Anlage auszugehen", sagt Heidorn.

Auf völliges Unverständnis bei den beiden Windrad-Betreibern stößt die Forderung, die Auswirkungen und Beeinträchtigungen auf Mensch und Natur zu erläutern, da sie bei den Informationsveranstaltungen der BSU ausführlich vorgestellt worden seien und auch im Internet nachlesbar sind: http.//www.ham burg.de/flaechennutzungsplan/3297788/2012-windenergie-bergedorf2.html .

Als kulturlandschaftsverträgliche Höhe, wie von der CDU gefordert, "sollen in den Eignungsgebieten Altengamme, Neuengamme und Ochsenwerder 150 Meter maximale Gesamthöhe im Flächennutzungsplan festgeschrieben werden", sagt Heidorn. "Für das neue Eignungsgebiet Curslack werden es voraussichtlich 180 Meter werden." Der geänderte Flächennutzungsplan soll übrigens ab 10. September ausgelegt werden.

Schließlich halten Heidorn und Soltau die von der CDU geforderte Windkraft-Verordnung für überflüssig, "da die wenigen geeigneten Flächen im Flächennutzungsplan festgeschrieben sind".