Neue Initiative

Ausbau der Windkraft stößt vermehrt auf Kritik

Neuengamme (wi). Im Herbst soll der überarbeitete Flächennutzungsplan öffentlich ausgelegt werden, der die neuen und veränderten Eignungsgebiete für Windenergieanlagen (WEA) in den Vier- und Marschlanden ausweist.

Doch im Vorfeld formiert sich immer mehr Widerstand gegen die Pläne des Senats. Erst gründete sich die "Bürgerinitiative Windanlagen Ochsenwerder" (BI-W-O), die sich vor allem gegen die geplante Höhe der Anlagen und deren Nähe zur Wohnbebauung wehrt. Jetzt schließen sich auch die Neuengammer zusammen, um das Landschaftsbild, das sie umgibt, zu erhalten.

Exakt 420 Unterschriften hat die "Initiative Kiebitzdeich" um Anneliese und Dieter Jonsson sowie Klaus Brandt bereits gesammelt - Tendenz steigend. Damit unterstützen die Unterzeichner die Forderung der Initiative, "keine 150 Meter hohen Windräder in den Vierlanden zu errichten". Dass die Kiebitzdeicher und ihre Nachbarn nicht grundsätzlich gegen Windenergie sind, stellen sie seit 15 Jahren unter Beweis. Damals wurde die erste Anlage südwestlich ihrer Straße errichtet. Mittlerweile drehen sich dort zwölf Windräder. "Niemand, der so nah am AKW Krümmel wohnt, kann etwas gegen erneuerbare Energien und damit gegen Windkraft haben", sagt Anneliese Jonsson. "Entsprechend leisten die Kiebitzdeicher trotz Wertminderung ihrer Immobilien ihren Beitrag zur Energiewende - und das schon lange."

Höher als der Hamburger Michel

Probleme bereitet ihnen aber die Höhe der "neuen Windriesen". Mit ihren 150 Metern seien sie nicht nur weithin sichtbar, sondern sogar höher als der Hamburger Michel. "Sie werden das Landschaftsbild dominieren und unsere alte Kulturlandschaft verschandeln", sagt Dr. Dieter Jonsson. "Industrieanlagen dieser Dimension haben in unserer Region mit zahlreichen Landschafts- und Naturschutzgebieten in Sichtweite nichts zu suchen."

Entsprechend fordert die Initiative "standortgerechte Windkraft": das heißt, den aktuellen Bestand an Windrädern - in Anzahl und Höhe - am Kiebitzdeich zu tolerieren. Darüber hinaus wollen die Neuengammer im Herbst, wenn die öffentliche Auslegung des Planentwurfs läuft, eine Sammeleinwendung zusammen mit den dann wahrscheinlich 500 Unterschriften einreichen.