Bergedorf

Forscher-Elite kommt nach Bergedorf

Fraunhofer: Hamburg investiert weitere 3,5 Millionen in Energie-Campus

Es ist ein Ritterschlag für den Technologie-Standort Bergedorf und den im Bau befindlichen Energie-Campus der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) in den Schleusengärten: Die renommierte Münchener Fraunhofer-Gesellschaft (67 Forschungsstandorten in Deutschland) gründet mit der HAW im Bergedorfer Energie-Campus ein "Anwendungszentrum Leistungselektronik für Regenerative Energiesysteme". Im selben Zug tritt Hamburg als letztes aller 16 Bundesländer am 1. Januar 2015 in den Kreis der Förderer der Fraunhofer-Gesellschaft ein.

Mit etwa 3,5 Millionen Euro finanziert Hamburgs Behörde für Wissenschaft in den Jahren 2015 bis 2019 das neue Anwendungszentrum, eine weitere Million Euro will Fraunhofer aus Wirtschaft und Industrie einwerben. "Mit diesem Geld werden wir eine traumhafte Rendite erwirtschaften", verspricht Professor Wolfgang Benecke vom Fraunhofer-Institut. Nach Beneckes Worten werden am Schleusengraben technische Angebote für Unternehmen der regenerativen Energiebranche und für die Elektromobilität entwickelt: "Die Energiewende stellt Herausforderungen an Forschung und Technik - wir nehmen sie an."

In dem Anwendungszentrum wird sich ein Team mit bis zu neun Wissenschaftlern unter der Leitung von Professor Dr. Holger Kapels mit Leistungselektronik befassen. "Eines unserer großen Themen ist die hohe Störanfälligkeit von Windkaftanlagen", beschreibt Kapels. Derzeit seien 13 Prozent aller Ausfälle von Windrädern auf defekte Frequenzumrichter zurückzuführen.

Fraunhofer und HAW entwickeln nun Diagnosetechnik für Windkraftanlagen, mit deren Hilfe noch vor dem kostspieligen Ausfall Schwachstellen erkannt und behoben werden können. Weitere Arbeitsfelder sind leistungsstärkere Speicher für regenerativ Energie und stabilere Netze durch zwischengeschaltete Akkus.

HAW-Präsidentin Professor Dr. Jacqueline Otten begrüßte die Steigerung der Studienqualität durch Fraunhofer: "Das ist ein Schritt nach vorn auch für unsere Professoren." Fraunhofer-Vorstand Dr. Patrick Hoyer erhofft sich im Gegenzug viel qualifizierten Nachwuchs aus den Reihen der HAW-Studenten.

"Mit der Kombination Fraunhofer/HAW erfährt Hamburg einen Innovationsschub und schärft sein Profil in der Energieforschung", freut sich Wissenschaftssenatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt. "Wir werden nun bundesweit sichtbar."

Zunächst zieht das Fraunhofer-Institut in die HAW-Räume am Steindamm in Hamburg ein. Der Umzug nach Bergedorf soll 2017 folgen. Der aktuelle Sachstand zum Energie-Campus: