Bergedorf

Windkraft-Forschung setzt auf Bergedorf

Schleusengragen: Olaf Scholz legt Grundstein für Energie-Campus

Geht es um Deutschland als Vorreiter in Windkraft-Technologie, richtet sich der Blick ab 2015 auf Bergedorf. So sieht es Prof. Dr. Werner Beba, Leiter des 7,5 Millionen Euro teuren Energie-Campus am Schleusengraben. Zur Grundsteinlegung hat sich für kommenden Montag Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz angesagt.

"Unser Ziel als Tochter der Hochschule für Angewandte Wissenschaften ist es, an verschiedensten Komponenten der Windenergie zu forschen und parallel möglichst viele weitere Institutionen aus Wissenschaft, Ausbildung sowie Wirtschaft nach Bergedorf zu holen", sagt Beba. "Zudem soll ein Bürger-Informationszentrum samt Schüler-Bildungsprogramm die Faszination für erneuerbare Energien fördern."

Als erster Schritt ist jetzt gerade das Fraunhofer Anwendungszentrum "Leistungselektronik für regenerative Energiesysteme" gewonnen worden. Stimmt die Hamburgische Bürgerschaft der Finanzierung zu, siedelt die renommierte Institution sich zunächst für fünf Jahre in Bergedorf an. "Später könnte sie als eigene Etage auf unser Energie-Campus-Gebäude aufgestockt werden", sagt Werner Beba. Im Fraunhofer-Zentrum sieht er eine gute Ergänzung zum von ihm geleiteten "Competence Center für Erneuerbare Energien & Energie-Effizienz" (CC4E), weil Fraunhofer Forschungsaufträge der Wirtschaft übernehmen kann. "Wir dürfen das als Hochschul-Tochter nicht."

Doch auch die Universitäten Hamburg, TU Harburg, Helmut-Schmidt und HafenCity planen längst mit Bergedorf. Beba: "Sie sind alle seit fünf Jahren in die Vorbereitung involviert. Jetzt geht es um die Vernetzung der verschiedenen Fachbereiche in Bezug auf Windkraft." Immerhin soll in Bergedorf nicht allein der bis Ende dieses Jahres südlich der Autobahn-Anschlussstelle Bergedorf entstehende Windpark Curslack beforscht werden. Es geht auch um ihre intelligente Integration ins Stromnetz, wie auch die Speicherung, etwa durch Umwandlung in Wasserstoff oder auch in Wärme.

Als weitere Ansiedlungen im direkten Umfeld des Energie-Campus kann sich der CC4E-Chef eine Akademie für die Weiterbildung von Ingenieuren samt Windkraft-Aufbaustudium vorstellen. Zudem mache ein Ausbildungszentrum für Fachkräfte in Wartung und Betrieb von Windkraftanlage Sinn.

Die Schleusengraben-Region liege für dies alles perfekt, betont Beba. "Sie bietet zumindest bisher noch den Platz für die Entwicklung des Technologie- und Innovationszentrums. Und mit dem Geesthachter Pumpspeicherbecken sowie dem kaum 500 Meter vom Energie-Campus entfernten Einspeisepunkt ins Bergedorfer Gasnetz haben wir ideale Nachbarn für die wichtige Speicherforschung."