Bauprojekt

Sicherheit für Geesthacht: Der Damm wird zum Deich

Elbe: Ausgebauter Leitdamm schließt gefährliche Lücke im Hochwasserschutz - Baubeginn 2014?

Wenn Hamburg die Borghorster Elbwiesen flutet, soll für Geesthacht gleichzeitig die Lücke im Hochwasserschutz an der Elbe geschlossen werden. Darauf haben sich jetzt die Hamburger Projektrealisierungs-Gesellschaft (ReGe) und das Land Schleswig-Holstein verständigt. Hamburg baut und Kiel zahlt - zumindest 90 Prozent der Baukosten. Die Restsumme, rund 40 000 Euro, muss die Stadt Geesthacht zahlen.

Um den Hochwasserschutz hatten sich zuletzt immer wieder die Unternehmer aus dem Gewerbegebiet an der Vierlander Straße und Anwohner der Bereiche Heuweg, Verschwisterungsviertel und Hans-Meyer-Siedlung gesorgt. Hintergrund: Geesthachts Deiche enden im Nirgendwo in Höhe des Mischwerks am Horster Damm. Dahinter klafft eine Lücke, denn Hamburg hat seinen Hauptdeich weit zurückverlegt. Nun soll der vorhandene Leitdamm zum Deich ausgebaut werden und dann die Lücke zwischen den Schutzanlagen schließen.

Und das hat seinen Grund: So hatte sich nach dem Elbe-Hochwasser im Juni die Stadt an die Landesregierung gewandt und um Unterstützung gebeten. Geplant war bisher ein "Flügeldeich", der rechtwinklig zum Elbufer vom bestehenden Deich in die Besenhorster Sandberge führen sollte. Ein Millionenprojekt, dessen Realisierung in weiter Ferne stand "Die jetzt aufgezeigte Lösung ist bestechend, man fragt sich, warum nicht schon früher jemand darauf gekommen ist", freute sich Geesthachts Bürgermeister Volker Manow, nachdem Dietmar Wienholdt aus dem Kieler Umweltministerium den Plan präsentiert hatte. Wienholdt: "Hamburg fasst den Leitdamm für die Maßnahme zur Wiedervernässung der Elbwiesen sowieso an. Wir satteln drauf und bauen den Damm zum Deich aus." So sollen Baukosten in Höhe von 400 000 Euro ausreichend sein.

Die ReGe und das Land haben sich auf diese Lösung bereits geeinigt. Nur wann die Bauarbeiten starten, ist noch unklar. Allerdings ist das Planfeststellungsverfahren beschlossene Sache, und Wienholdt geht nicht davon aus, dass der nun veränderte Aufbau - der Leitdamm erhält eine Verbreiterung, um zukünftig die Straße Horster Damm zwischen Geesthacht und Altengamme aufzunehmen - zu einem neuen Verfahren führen wird. Damit kann voraussichtlich 2014 mit den Bauarbeiten begonnen werden. "Dann ist Geesthacht entlang des Ufers komplett sicher", so Manow.

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