Bergedorf

Ringen um den Bergedorfer Energie-Campus

Windkraft: Ausschreibung für Forschungseinrichtung läuft - Finanzierung ohne Windräder unklar

Energie-Campus am Schleusengraben "Ja"- 180 Meter hohe Windräder in Curslack "Nein": So will die CDU-Bürgerschaftsfraktion Hamburg als führenden Forschungs- und Entwicklungsstandort für Zukunftstechnologien etablieren - und gleichzeitig dem Bergedorfer Bürgerentscheid Rechnung tragen.

Die CDU sieht sich im Schulterschluss mit den Windkraftinitiativen. "Es ist unverzichtbar, dass der Bürgerentscheid respektiert wird", sagt CDU-Fraktionschef Dietrich Wersich. Ebenso unstrittig sei das klare Votum für den Energie-Campus. Die fußläufige Nähe der Windkraftriesen sei jedoch nicht zwingend, alternative Standorte seien denkbar, etwa im Hafen.

Das "Nein" des Bergedorfer Bürgerentscheids habe vorerst keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Planungen für einen Bergedorfer Energie-Campus, sagt Projektleiter Prof. Werner Beba. "Das Ausschreibungsverfahren für den Energie-Campus in den Schleusengärten läuft. Geht jetzt alles wie geplant, können wir noch im Herbst beginnen." Der Bautermin noch dieses Jahr ist wichtig, weil in das Vorhaben neben 3,7 Millionen Euro der Hansestadt auch zeitlich begrenzt 3,1 Millionen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung fließen sollen. Die auf weitere zehn Millionen Euro taxierten fünf Windriesen in Curslack sollen nicht nur Energie zur Forschung und Entwicklung intelligenter Stromnetze und von Speichertechnologie liefern, sondern auch zur Finanzierung des Windenergie-Campus beitragen.

Zur Frage, was aus dem Campus wird, wenn die Mega-Windräder nicht gebaut werden, hält sich Beba bedeckt. "Wir warten den Bürgerschafts-Termin ab."