Gastschulabkommen

Hausaufgaben nicht gemacht

Bergedorf/Wentorf (upb). Eigentlich hatten die Landesregierungen von Hamburg und Schleswig-Holstein versprochen, in den Sommerferien den Streit über das Gastschulabkommen beizulegen.

Doch diese Hausaufgaben sind liegen geblieben. Offenbar waren die Ferien wichtiger. Auf Nachfrage unserer Zeitung mussten die Bildungsbehörden in Hamburg und Kiel zugeben: Noch immer gibt es keine Einigung, wie der grenzüberschreitende Schulbesuch finanziell geregelt wird.

Formell gilt das Abkommen damit als gekündigt. Alle angehenden Elftklässler müssen also kommenden Donnerstag tatsächlich Hamburgs Schulen verlassen, wenn sie in den schleswig-holsteinischen Nachbargemeinden wohnen. Laut Hamburger Schulbehörde sind davon 40 Schüler betroffen. Würde die Behörde genauer prüfen, dürfte weit über 100 Elftklässlern die Rote Karte gezeigt werden - vor allem Schülern aus Wentorf, Reinbek und Geesthacht, weil hier der grenzüberschreitende Schulbesuch längst zum Alltag gehört.

Thomas Schunck, Sprecher des Kieler Kultusministeriums, spielt die Dramatik herunter: "Beide Seiten verhandeln mit dem erklärten Ziel, ein tragfähiges und langfristiges Abkommen im Sinne der Schüler und Eltern zu erreichen." Tatsächlich gibt seine Behörde aber den Bremsklotz. Während Hamburgs Bildungs-Staatsrat Ulrich Vieluf die Forderungen der Hansestadt von ursprünglich 31 Millionen Euro an Ausgleichszahlungen auf knapp 20 Millionen Euro reduzierte, spielt sein Kieler Gegenüber Eckhard Zirkmann auf Zeit. Bisher ist seine Delegation nicht bereit, die bisher gezahlten 8,5 Millionen Euro für die Zukunft aufzustocken.