Patengemeinschaft

Hohe Auszeichnung für Dieter Hueske

Elmenhorst (cus). Selvi war fünf Jahre alt, als Dieter Hueske und seine Ehefrau Waltraud Tangermann vor 27 Jahren eine Patenschaft übernahmen.

Mit ihren monatlichen Spenden ermöglichten sie dem Mädchen den Schulbesuch. Heute ist die 32 Jahre alte Frau, die im südindischen Kanyakumeri eine kleine Wäscherei betreibt, selbst Mutter dreier Kinder, die alle eine Schule besuchen.

Eine Erfahrung, die Hueske ermutigte, noch mehr zu tun: Am Dienstag wurde der 69-Jährige von Ministerpräsident Peter Harry Carstensen für 20 Jahre an der Spitze der Patengemeinschaft Sahms mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet (wir berichteten). Mit einem Empfang in der Elmenhorster Mehrzweckhalle ehrte die Patengemeinschaft, die 1965 vom Sahmser Postboten Adolf Klein gegründet wurde, gestern ihren langjährigen Vorsitzenden. Hueske hatte das Amt 1989 von Klein übernommen, eine digitale Mitglieder- und Patenkinderverwaltung eingeführt. Jedes Jahr flog Hueske für sechs bis acht Wochen nach Indien, um die Verwendung der Spendengelder zu kontrollieren. Auf seine Initiative entstanden dort acht Kinderheime sowie eine Orthopädieklinik.

Hueske, der bei Hauni in Bergedorf arbeitete, war extra in den Vorruhestand gegangen, um sich noch intensiver der Patenarbeit widmen zu können. "Das ist bewundernswert und Ausdruck von höchster Moralität", lobte Elmenhorsts Pastor Jürgen Schacht, der wie Amtsvorsteher Klaus Hansen, Kreispräsident Meinhard Füllner und Schwarzenbeks Bürgermeister Frank Ruppert zu den Gratulanten zählte.

Neuer Vorsitzender der Patengemeinschaft ist seit 2010 Herbert Weihmann. Der ehemalige Bundeswehroffizier, der im Dienst der Patengemeinschaft schon mehrere Indienreisen unternahm, hat bereits eigene "Duftmarken" hinterlassen, wie eine Besucherin schmunzelnd berichtete: "Früher bekamen wir immer Einladungen zu den Mitgliederversammlungen, jetzt sind es 'Einberufungen'."

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