Auszeichnung

Verdienstkreuz für Horst Zillmer

Ehrung: Reinbeker hilft jungen Menschen seit 27 Jahren mit seiner Stiftung "Kinder in Afrika"

Wenn Kinder Orden verleihen könnten, hätten sie es sicher schon lange getan. Denn Horst Zillmer und seine Frau Gunhild haben schon Tausenden von ihnen geholfen. Seit nunmehr 27 Jahren unterstützt das Ehepaar mit seiner Stiftung "Kinder in Afrika" die Schwächsten der Gesellschaft. Für dieses weit über Reinbek hinaus bekannte Engagement ist Horst Zillmer gestern in der Landeshauptstadt Kiel mit dem Verdienstkreuz am Bande ausgezeichnet worden. Ministerpräsident Torsten Albig hat es im Namen von Bundespräsident Joachim Gauck in festlicher Atmosphäre übergeben. Überrascht sei er gewesen, als er den Brief mit Absender des Ministers bekommen habe. "Das muss man erst mal verkraften", sagte Zillmer gestern drei Stunden vor der Ehrung bescheiden.

44 Schulen sind auf seine Initiative hin bislang erbaut worden. In Uganda beispielsweise entstand auf einem ehemaligen Bananenfeld in Zusammenarbeit mit Projektleitern vor Ort und dem Entwicklungshilfeministerium ein Berufs- und Schulzentrum mit einem angeschlossenen Internat für Aids-Waisenkinder und eine Vorschule. Viele der jungen Leute haben Tischler, Zimmermann, Maurer oder Schneider gelernt. Sie üben ihren Beruf anschließend in ihrer Region aus.

Damit haben die Reinbeker ihr Ziel erreicht. Denn das Credo des gelernten Schifffahrtskaufmanns und seiner Frau lautet: Bildung bedeutet Fortschritt und Entwicklung. Wer lesen und schreiben gelernt hat, kann sein Leben selbst in die Hand nehmen. Darüber hinaus unterstützt die Stiftung Patenkinder in Äthiopien, Tansania, Südafrika und Uganda - vor allem Aidswaisen.

Die Zillmers selbst haben jedes zweite Land der Erde besucht, immer wieder sind sie auch vor Ort gewesen, um sich mit Projektpartnern ein Bild von der Lage in den afrikanischen Ländern zu machen. Aus gesundheitlichen Gründen musste das Ehepaar das aktive Reisen einstellen, dennoch sind sie immer über jedes Projekt und dessen Fortschritte informiert.

Als sei dieses ehrenamtliche Engagement nicht genug, haben die beiden auch noch ein Herz für alte Kirchen in Mecklenburg. Immer wieder war das Ehepaar nach der Wende im Osten unterwegs, erfreute sich an der Landschaft, erschrak aber über den Zustand der Kirchen. Einige waren einsturzgefährdet, andere glichen Ruinen. Es war den Reinbekern sofort klar, dass die Gemeinden die Restaurierung nicht allein bewältigen könnten. Schnell war daher die Idee geboren, mit einer weiteren Stiftung das kulturelle Erbe zu sichern.

Gefragt, warum er so viel Engagement in die gute Sache steckt, sagt Horst Zillmer: "Ich möchte dem Leben einen Sinn geben." Seinem eigenen, aber vor allem dem von Tausenden von Kindern.

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