Glinde

Fesselnder Lesemarathon am prasselnden Kaminfeuer

Open Mike: Lachtränen, Herzschmerz und atemlose Spannung

Den Zuhörern, die sich rund um den prasselnden Kamin versammelten, wurde während der 8. Glinder Autorennacht "Open Mike" ein facettenreicher, fast dreistündiger Lesemarathon geboten. Zu hören gab es aber nicht nur Texte, auch Musiker Phil Siemers sorgte mit seinen Liedern für Gänsehaut.

Literarisch war von Herzschmerz bis zum Krieger aus ferner Zukunft alles dabei: Gespannt und mit angehaltenem Atem verfolgten die Zuhörer die Geschehnisse rund um den Streetwalker Joshua Benning, der Geister sehen kann. Er ist der Held in Tanja Berns "Ruf der Geister". Ein Serienkiller jagt in Gelsenkirchen junge Frauen. Die Polizei bittet Joshua um Hilfe. Es gelingt ihm, dank seiner Fähigkeit Kontakt zu den ermordeten Opfern aufzunehmen.

Mit großen Gefühlen ging es weiter: Rechtsanwalt Markus Thiele brachte aus Göttingen seinen ersten Roman "Dreizehn Tage am Meer" mit. Thieles Protagonisten treffen 20 Jahre nach einer Tragödie auf einer französischen Insel aufeinander. Lee Bauers, Autorin aus Lippstadt, ließ die Zuhörer in die unsterbliche Fantasy-Welt von Darken eintauchen, in der es gewaltig zwischen den Protagonisten Darken und Sirona knistert.

Heike Hartman-Heesch gewährte mit "Die Dinge, wie sie sind" einen gefühlvollen Einblick in ihr Leben: Der Hamburgerin wurde eine neue Lunge transplantiert. Sie beschreibt den langen Weg zurück ins neue Leben.

Tom Daut aus Iserlohn ließ seine Hauptfigur als Krieger in ferner Zukunft für das Gute kämpfen. Die Zuhörer lauschten einem Auszug aus dem Buch "Anno Salvatio 423", das im Mai 2014 erscheint. Aber auch die Satire kam nicht zu kurz.

Open-Mike-Urgestein Wolfgang A. Gogolin war zum achten Mal dabei. So trieb eine Erzählung aus "Huch, der Frühling", in der es um Schnabeltassen, Dialoge mit Ehefrau Edith und eine Entdeckung im verschneiten Garten ging, den Zuhörern Lachtränen in die Augen. In der Novelle der Bergedorferin Rena Larf "Mord zwischen Bille und Serrahn" ging es schließlich mit Lokalkolorit mörderisch zu.

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