English Theatre

Jubel für bissig-blutige Mediensatire

Glinde (daf). Mit dem Stück "Popcorn" von Ben Elton feierte die English Theatre Group Glinde am Wochenende drei Tage lang ihren 30. Geburtstag im Bürgerhaus und kassierte viel Jubel.

Sicher auch, weil an Klischees, frivolen Sprüchen und Filmblut nicht gespart wurde.

Das kraftvolle Laienensemble überzeugte schauspielerisch. Es verstand, sein Publikum mal lauthals lachen zu lassen, um es im nächsten Moment zu schocken. "Ich fand es wunderbar gespielt", sagte Ingeborg Zaunitzer (79). Margarete Plöhn (70) stimmt dem zu. "Es war großartig", lobt die Glinderin.

Mühe hatte sich die Theatergruppe auch mit der Kulisse gegeben: eine luxuriöse Wohnzimmerlandschaft mit einem übergroßen Apartmentfenster, mit Blick auf die berühmte Hügelkette von Hollywood. Perfekt für die skurril-blutige Geschichte um den umstrittenen Filmregisseur Bruce Delamitri, gespielt von Dennis Loose, der nach seiner Oscarverleihung mit dem Nackt-Model Brooke Daniels (Christina Rehder) ein paar lauschige Stunden verbringen möchte. Aber dann wird er von einem schießwütigen Pärchen Wayne Hudsen (Jan Reuter) und Scout (Larissa Glückschald) heimgesucht, das den Protagonisten seines jüngsten Filmes mörderisch ähnlich ist und von der gewalttätigen Handlung des Oscar prämierten Streifens inspiriert wird.

Fazit: Eine bissige Medienkritik, die ironisch die zunehmende Gewalt in der Gesellschaft aufgreift. "Das Stück entspricht mit dem ganzen Drumherum der heutigen Zeit", sagte Elisabeth Diakos (63) nach der Premiere.

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