Geesthacht

Nobel-Schüler proben die Europawahl

Europäische Union auf dem Stundenplan - ANS organisiert Jugendwahl

Nicht für die Schule, sondern fürs Leben lernen wir - Die Alfred-Nobel-Schule (ANS) nimmt dieses verdrehte Zitat des römischen Philosophen Seneca gerade sehr ernst: Gestern konnten die Schüler der Mittel- und Oberstufe ihre Stimmen zur Europawahl abgeben. Allerdings nicht zur offiziellen Wahl des Europaparlaments, sondern quasi in einem Probelauf: der Juniorwahl.

Im Vorfeld der Wahl am kommenden Sonntag organisiert der Verein Kumulus die Schülerabstimmung an zahlreichen deutschen Schulen. "Dabei gelten die gleichen Vorschriften wie auch bei der echten EU-Wahl", erklärt Politiklehrer Tobias Serner (31). Der Projektleiter hat zusammen mit seinen 21 ehrenamtlichen Helfern die Juniorwahl an der ANS vorbereitet: Wahlbenachrichtigungen wurden an die teilnehmenden Klassen verschickt, ein Wahllokal mit drei Wahlkabinen und einer versiegelten Urne aufgebaut. Selbst der Wahlzettel mit den Parteien ist fast identisch mit dem Original.

Natürlich wurde das Thema Europa im Unterricht behandelt: Während in der Oberstufe ausgesuchte Europa-Themen besprochen wurden, stand in der Mittelstufe die EU selbst auf dem Stundenplan.

Mit Erfolg: Jannis Markowitsch (18) weiß, warum er seine Stimme auch in einem echten Wahllokal abgibt: "Ich lebe in Europa, also will ich auch bei den Entscheidungen mitbestimmen." Den Schüler der Klasse 12c interessieren vor allem Themen wie die Freihandelsabkommen, in welchem es unter anderem auch darum geht, ob und wie der Handel und Anbau von genmanipulierten Lebensmitteln geregelt wird. Seinen Klassenkameraden Jannis Funke dagegen beschäftigt vor allem die Flüchtlingspolitik. "Wenn man das Recht hat zu wählen, sollte man es auch nutzen", sagt der 18-Jährige.

Özlem Aydin würde auch gern ihr Kreuz auf einem echten Wahlbogen machen. Aber: Die Schülerin aus der 11c ist erst 17 Jahre alt - sie darf dieses Jahr nur bei der Juniorwahl ihre Stimme abgeben.