Jan de Weryha: Holz ist sein Element

Von Bettina Biester

Lohbrügge.
Fest und kraftvoll fällt der Händedruck von Jan de Weryha zur Begrüßung aus. Man merkt gleich, dass er ein Künstler ist, der anpacken kann. Und das strahlen auch seine Werke aus - riesige Kunstwerke aus zusammengesteckten Brettern, Holzscheiten und Baumrinden. Drei dieser Werke stellt der international renommierte Künstler aus Bergedorf auch bei der "NordArt" 2015 in Büdelsdorf aus.

Die Teilnahme an der "NordArt" kommt einem Ritterschlag gleich. Knapp 3000 Künstler aus 99 Ländern haben sich dieses Jahr für die größte jährliche Ausstellung zeitgenössischer Kunst in Europa beworben. Ausgewählt wurden 250 aus 50 Ländern. Und de Weryha ist nach 2013 bereits zum zweiten Mal dabei. Warum die Jury so einen Gefallen an ihm gefunden hat? "So genau weiß ich das auch nicht. Ich tue einfach, was ich fühle", sagt der 64-Jährige.

Vor etwa 20 Jahren hat der Künstler, 1950 in Danzig geboren und seit 33 Jahren in Bergedorf, das Holz für sich entdeckt. "In dem Material steckt so viel Power, verbergen sich so viele Geheimnisse. Das muss man zum Leben erwecken", sagt er. Früher setzte er noch die Motorsäge an, um riesige Figuren aus Holz zu formen. Heute prägen Schnitt, Bruch und Spalt seine abstrakten und minimalistischen Werke.

Auch die drei auf der "NordArt" - zwei Wandholzobjekte und eine Holzbodenarbeit - entstammen diesem Schaffensprozess. Titel tragen sie nicht. Der Betrachter soll nicht in einen Konflikt mit einer vorgefertigten Interpretation kommen, sondern sich selbst Gedanken machen. "Ich will auch nicht, dass meine Kunst schön ist wie ein Gemälde über einem Sofa", sagt er. Vielmehr soll sie etwas in dem Empfänger auslösen.

Was, das bleibt jedem Betrachter überlassen. Doch Kraft ist es allemal. Das spürt jeder, der de Weryhas Atelier am Reinbeker Redder besucht und mit einem Händedruck begrüßt und verabschiedet wird.

Die "NordArt" in der Carlshütte in Büdelsdorf (Vorwerksallee 3) ist noch bis zum 4. Oktober dienstags bis sonntags von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Die Tageskarte kostet 12 Euro, der Eintritt für Kinder bis sechs Jahre ist frei. Weitere Informationen im Internet unter

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