Lohbrügge

Rockstar begeistert in der Lola

Genesis-Sänger: Ray Wilson spielt zweieinhalb Stunden

Das Wagnis hat sich gelohnt. Ein Weltstar für 35 Euro Eintritt in der Lola funktioniert - und zwar ausgezeichnet: 280 Besucher ließen sich den Auftritt von Ray Wilson, präsentiert von unserer Zeitung, nicht entgehen.

Auch der als Phil-Collins-Nachfolger bei Genesis gefeierte Sänger hat sich schnell angefreundet mit der für seine Verhältnisse eher gemütlichen Location - und stimmte mehrmals die Hymne "Lola" von The Kinks an. Dass Wilson und seine fünf Musiker sich sogar überaus wohlfühlten, dürfte das fast zweieinhalbstündige Konzert eindrucksvoll belegen. Ohne Pause reihten sich Genesis-Klassiker, Wilsons Solostücke und natürlich Werke aus seiner Zeit als "Stiltskin"-Frontmann aneinander. Dabei setzte der eher kauzig, mit Drei-Tage-Bart, langen Haaren und leichtem Bierbauch daherkommende Schotte zunächst vor allem mit seiner einzigartigen Stimme Akzente. Nach gut einer halben Stunde war dann der Bann gebrochen. Wilson spielte nach eigenen Worten "wie in einem meiner Lieblingspubs" im schottischen Edinburgh, variierte Melodien, präsentierte einzigartige Live-Versionen von Klasskern wie "Jesus he knows me", "Follow you, follow me" oder "Another cup of coffee".

Die Show dazu lieferten auch seine fünf fabelhaften Musiker. Der 45-jährige Rockstar ließ sich von zwei Geigerinnen, einem Saxofonisten, dem grandiosen Darek Tarczewski am Flügel und natürlich seinem Bruder Steve Wilson an der Lead Guitar begleiten. Alle hatten auch Zeit für beeindruckende Solos bis hin zum - so wirkte es zumindest - freien Improvisieren.

Das Publikum dankte mit Beifallsstürmen. Und selbst die Glücklichen, die einen Platz auf den vier vor der Bühne aufgebauten Stuhlreihen ergatterten, hielt es nicht lange im Sitzen: Der ganze Saal tanzte im Rhythmus oder kuschelte bei ruhigeren Stücken.

Klar, dass Ray Wilson und sein Team da nicht einfach so von der Bühne gelassen wurden. Es gab eine gut zehnminütige Zugabe - und anschließend sogar reichlich Gelegenheit, im Foyer CDs vom Meister signieren zu lassen. Manche gehörten sogar zu den Glücklichen, mit denen Ray Wilson für ein Foto posierte.

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