Bergedorf

Fraunhofer forscht ab Juli in Bergedorf

Kooperation mit dem Energie-Campus

Es ist ein Ritterschlag für den entstehenden Energie-Campus der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) am Schleusengraben: Die Windkraft-Forscher holen das renommierte Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie (ISIT) nach Bergedorf geholt.

Von März an wird unter Leitung des HAW-Professors Dr.-Ing. Holger Kapels ein gemeinsames Anwendungszentrum Leistungselektronik aufgebaut, das mikroelektronische Bauelemente für die Windkraftbranche entwickelt. Die Arbeit soll im Juli in noch zu mietenden Räumen aufgenommen werden - vorbehaltlich der Zustimmung der Bürgerschaft zur Finanzierung der zunächst auf fünf Jahre angelegten Probephase. Ziel ist der enge Kontakt zur Wirtschaft zur praxisnahen Ergänzung des Studiums - einschließlich möglicher Gründungen von Unternehmen durch Hochschulabsolventen.

Der Fokus der Arbeit des Anwendungszentrums liegt auf den besonderen Anforderungen der Windkraft, die in ihrer Energieerzeugung starken Schwankungen unterliegt. So soll die Leistungselektronik den Windstärken besser angepasst und zudem die Wandlung elektrischer Energie effizienter gemacht werden. Schwerpunkt ist die elektro-chemische Energiespeicherung auf Basis neuartiger Lithium-Akkus sowie intelligenter Batterie-Sensorik - beides Spezialfelder von ISIT.

Den Zuschlag der Fraunhofer-Gesellschaft bekam die HAW, weil Bergedorf dort als künftig wichtigstes Technologiezentrum für Windkraft in Norddeutschland eingestuft wird. Hintergrund ist seine Lage in Hamburg, das als Metropole die erzeugte Energie ohne lange Transportwege abnimmt und dessen Netz stark genug für Forschungszwecke ist. Zudem spricht laut Energie-Campus-Leiter Prof. Dr. Werner Beba die wirtschaftliche Attraktivität Hamburgs für sich: "Hier haben heute die wichtigsten Windkraft-Unternehmen Deutschlands ihren Sitz. 16 000 Menschen arbeiten in den Firmenzentralen in der Stadt, weitere 35 000 in den Produktionsstätten in der Metropolregion."