Bergedorf

Windräder: Gefahr für Welterbe?

Sternwarte: FDP kämpft um Unesco-Status

Die vergangenen Monate ist es um Bergedorfs Sternwarte und deren Kandidatur zum Weltkulturerbe ruhig geworden. Mit der Frage, ob die geplanten, bis zu 180 Meter hohen Windräder im Landgebiet nicht die Anerkennung als Unesco-Erbe gefährden, hat Sven Eichner (FDP) die Diskussion pünktlich zu Weihnachten um eine Facette bereichert.

Dresden wurde der Status als Weltkulturerbe wegen einer neuen Elbbrücke aberkannt, mahnt der liberale Bezirksabgeordnete. Obwohl viele Politiker am Sinn der Frage zweifeln, hat die Bezirksversammlung mit der Mehrheit von SPD, CDU und FDP den Vorstoß abgesegnet.

Bezirksamtsleiter Arne Dornquast soll prüfen lassen, ob das Repowering von Windkraftanlagen den Antrag bei der Unesco gefährdet. "Dieser Antrag ist eigentlich eher eine Frage, die können wir nicht ablehnen", begründet SPD-Fraktionsvize Werner Omniczynski das Ja der Mehrheitsfraktion. Dass Eichner auch die Signalfeuer auf hohen Windräder geprüft sehen möchte, geht der SPD dann doch zu weit: "Die Wissenschaftler schauen doch von der Geest nicht in die Marsch, sondern in den Himmel - eine Störung ihrer Forschung können wir daher ausschließen."

Die windkraftkritische CDU dagegen "wartet gespannt auf die Ergebnisse", sagt Fraktionsvize Jörg Froh. Für die Warnbeleuchtung zeichne sich eine Lösung ab: "Es heißt, es werde derzeit an einer Befeuerung gearbeitet, die sich nur bei Annäherung eines Flugzeugs einschaltet."

Als "totalen Unsinn" wertet Jan Penz den Vorstoß. Dass sein früherer Kollege in der gemeinsamen Fraktion das Herkules-Standbild in Kassel als warnendes Beispiel anführt, kritisiert der Pirat: Das Ensemble sei nicht Unesco-Weltkultur-, sondern Weltnaturerbe - hier allerdings irrt er.

Er habe zuerst an den 1. April gedacht, sagt Linksfraktionschef Stephan Jersch mit Blick auf den FDP-Antrag: "Fehlt noch, dass die FDP die Gefahr heraufbeschwört, dass die Warnleuchten der Windräder von Ufo-Besatzungen für Landelichter gehalten werden."