Bergedorf

Jetzt kommen die Familienärzte

Allgemeinmediziner: Ablösung für den guten alten "Hausarzt"

Bergedorfer müssen sich als Patienten an neue Begriffe gewöhnen: Eine "Familienärztliche Praxis" findet sich nun an der Serrahnstraße 3, eine "Kinder-Praxis" bei den Augenärzten am Weidenbaumsweg 6. Ist das ein neuer Trend?

"Nein, früher hieß es praktischer Arzt, dann Arzt für Allgemeinmedizin. Aber da ich meine Ausbildung teils in Amerika gemacht habe, bin ich dort als Familienarzt registriert", sagt Sancho Panzer, der bereits seit 20 Jahren in Wentorf eine Praxis betreibt, jetzt an der Serrahnstraße als Krankheitsvertretung einspringt und hier gemeinsam mit Nanna Pietsch arbeitet.

Er behandele nun mal keine Häuser, finde daher den Begriff "Hausarzt" irreführend, sagt Panzer, der vom Baby bis zum betagten Senioren alle Altersklassen betreut. Für Familien sei das vorteilhaft, "wenn ich etwa für die Oma noch mal die grünen Tabletten aufschreiben soll". Außerdem, so der Allgemeinmediziner, könne er Befunde in den richtigen Zusammenhang bringen: "Wenn jemand eine Bindehaut- und eine Harnwegsentzündung hat, zudem noch Husten, dann muss er nicht gleich zu drei Fachärzten laufen. Er erfährt vom Familienarzt, dass alles zusammen auf einen rheumatischen Bereich hindeutet."

Für Hamburgs Ärztekammer ist die "Familienärztliche Praxis" neu, gesteht Sprecherin Dorthe Kieckbusch: "Das kenne ich aus dem Stadtgebiet nicht. Aber es ist weder irreführend noch anpreisend, also durchaus erlaubt."

Ähnlich geht es bei den fünf Augenärzten am Weidenbaumsweg zu, die gerade eine zweite Etage übernommen haben und heute auf 150 Quadratmetern eine "Kinder-Praxis" eröffnen. Hier findet sich nun ein Kontaktlinsenstudio neben kindgerechten Räumen, in denen zwei Orthoptistinnen etwa Seeschwächen, Schielen und Augenzittern behandeln. Für Babys stehen Spezialgeräte zur Verfügung.