Weltkonzern

Windräder bremsen Energie-Campus

Bergedorf. Eine Nachricht, die für Aufsehen sorgt: Samsung wolle seine Forschungs- und Entwicklungszentrale für Windkraft in Hamburg bauen, so ein Bericht der "Harburger Anzeigen und Nachrichten".

Unklar ist, ob der koreanische Weltkonzern (gut 200 000 Mitarbeiter) einen Standort nahe der TU Harburg, in Hamburg oder in Bergedorf im Auge hat. Sicher ist jedoch: Pläne für einen Energie-Campus am Schleusengraben machen Fortschritte.

Mit Blick auf laufende Verhandlungen halten sich Hamburgs Wirtschaftsförderer mit Aussagen zu möglichen Standorten zurück. Die Ansiedlung eines Weltkonzerns hätte eine gesamtstädtische Dimension, begründet Till Bode, Wirtschaftsförderer im Bezirksamt. Bezirksamtsleiter Arne Dornquast glaubt nicht, dass Bergedorf große Chancen hat: "Gegen uns und Harburg spricht, dass wir zu weit vom Flughafen entfernt und Forscher von Weltkonzernen viel unterwegs sind."

Der Energie-Campus scheint dagegen auf gutem Weg. "Für das Windlabor gibt es bereits einen Bauvorbescheid", bestätigt Bode. Tatsächlich dränge die Zeit, müssten Fördermittel bis Jahresende abgerufen werden: "Das Geld könnte in den Grunderwerb fließen."

Für die Forschung sollen südlich der Autobahn 25 drei bis fünf Mega-Windräder entstehen. Mit einer Gesamthöhe von 180 Metern wären sie noch 30 Meter höher als die größten Anlagen, um die im Landgebiet derzeit ein erbitterter Kampf tobt. "Die Curslacker Windräder machen uns die geringsten Probleme", bestätigt Dornquast. Weil jedoch Hamburgs Flächennutzungsplan im Paket für alle Windkraftplanungen geändert werden soll, hinkt das Verfahren hinter dem für den Energie-Campus hinterher.

Sein Initiator erfährt aus der Presse von den Samsung-Plänen: Prof. Werner Beba von der Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW) hat derzeit eher den Fortgang seiner Planungen im Blick. "Mit unseren Windrädern hängen wir leider im Hamburger Gesamtverfahren für alle Windanlagen." Notgedrungen soll der Energie-Campus zunächst ohne Windspargel in Betrieb gehen, "dauerhaft ist er ohne aber nicht vorstellbar".

Rund sieben Millionen Euro Fördermittel der EU und der Hansestadt sind zugesagt beziehungsweise angekündigt. Forscher wollen damit die Energiegewinnung optimieren. Beba: "Ein wichtiger Punkt sind intelligente Netze." Ziel ist es, den Strom ohne große Verluste über weite Strecken zu übertragen.